Moritz David Friedrich
Portraits
Freie Arbeiten
Projekte in freier Arbeit von 2000 bis 2009
2009 ·
Stätten der Kindheit
… ein melancholischer Abgesang einer immer näher rückenden Tatsache: die Stätten meiner Kindheit sind nicht mehr für mich da. Ich bin ausgeschlossen.
Die Zeit wird kommen, wo ich dort nicht mehr hinfahre, wenn meine Familie sich auseinandergeerbt hat.
Noch gehe ich spazieren mit meiner alten Frau Mama an den Orten, die ich als kleiner Junge für mich erobert habe.
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2009 ·
Wasserwelten
Am Rand des Sees sitzen. Dem Geräusch der Wellen zuhören. In den See schaun.
Den Blättern beim Untertauchen äugend hinterherwippen. Den Grund des Sees erkennen. Die Dinge umreißen, die am Boden nach oben scheinen. Die Farben auseinanderhalten. Die Formen begreifen wollen. Den Geruch der Algen aufsaugen.
Ein Boot vorbeischwappen sehen. Kinder planschen und quietschen hören.
Endlich eine Form am Grund erkennen.
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2009 ·
Auto-Erotik
Wenn es an einem Auto etwas gibt, was wirklich den sexuellen Bezug des autoliebhabenden Mannes zu seinem Gefährt herstellt, dann ist es neben dem Fuchsschwanz am Fahrzeugschlüssel ganz klar die Kupplung für den Anhänger.
Die sieht in der Regel recht eindeutig aus in ihrer sexuellen Optik.
Eine Bekannte erzählte mir mal, dass sie immer "Gefühle" bekäme, wenn sie an einem Parkplatz an einem Auto mit hochaufstehender, stark herausragender Kupplung vorbeiginge.
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2009 ·
Großstadtgrün
Immer wieder kommt die blöde Aussage von West- Berlinern gegenüber Ost- Berlin, dass es dort zu wenig grün gäbe und der Ostteil daher nicht attraktiv genug für sie sei.
Nicht mal eine S-Bahn-Fahrt in den Osten komme da in Frage, weil es im Westen ja das ganze grün gäbe. So so.
Ich kann dieses dumme Gefasel nicht mehr ertragen!
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2009 ·
Rest der DDR-Moderne
20 Jahre nach dem Mauerfall geht man an manchen Orten und Ecken der Stadt noch immer durch die DDR.
Der Rest der DDR- Architektur- Moderne der 70er und 80er- Jahre hat schon seine Patina und erscheint dadurch in Altersmilde.
Es grünt umher, es leben die Imbissbuden dazwischen und die 99- Cent- Artikel- Läden und Outlet- Lager.
Besonders anschaulich ist das Gebiet rund um die S-Bahn-Station Landsberger Allee.
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2009 ·
Stiftschale
Im Werk- und Bastelkeller meines Vaters steht ein alter Schreibtisch aus den 50er- Jahren, den er einmal aus seinem Büro mitgebracht hat, als seine Firma modernisiert wurde.
Schon als Kind hat mich an diesem Schreibtisch eines besonders interessiert: die Stiftschale in der eigens für sie angedachten schmalen Schublade gleich unter der Platte.
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2008 ·
Musterkoller
Überall Drogen!
Mich jucken keine Pillen oder Drinks. Mich interessiert kein weißes Pulver oder ein Nadelstich. Mich reizt keine Schokolade und auch kein Fernsehen.
Ich steh auf optische Drogen. Ich steh auf das, was in mir passiert, ohne dass ich künstlich was zufügen muss.
Ich steh auf die inneren, körpereigenen Drogen!
Und ich weiß, wie ich sie aktivieren kann!
Ich bin seh- süchtig.
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2008 ·
Obdach
Mitten in Berlin zwischen Alexanderplatz und Jannowitzbrücke, zwischen den Kaufpalästen und dem Tanzstudio eines bekannten "Star"- und Sternchenchoreographen steht eine alte Ruine.
Was dieses Haus einmal war, wissen womöglich nur noch wenige Menschen.
Was es derzeit ist, wissen einige aber sehr genau: ihr Obdach.
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2008 ·
Ostklo
Auch knapp 20 Jahre nach der Wende gibt es kleine DDR- Schätze, die darauf warten, gehoben zu werden.
Nachdem nun nach und nach die "Geisterwohnungen" wegsaniert wurden, also die noch leer stehenden Wohnungen in den Sanierungsgebieten auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, gibt es nur noch wenige Reservate der DDR- Alltagskultur zu finden.
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2007 ·
Luxustruhe
Wissen Sie, was dieses Gerät hier ist?
Das ist eine der ersten Fernbedienungen für Fernseher. Damit konnte man Lautstärke, Kontrast und Helligkeit regeln. Mit 5 m Kabel.
Wenn man denn überhaupt einen Fernseher hatte...
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2007 ·
Apostroph's Leid
Was wird in letzter Zeit kreuz und quer apostrophiert.
Man kennt es ja aus den Zeiten nach der Wende als jede Bierbar plötzlich Uschi's Bierklause hieß und jede Boutique Mandy's T-Shirt's-Paradie's.
Soweit so schlecht.
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2007 ·
Eine unblauliche Geschichte
Begonnen hatte es damit, dass der Mann eines Tages nach einem Arztbesuch ein Zucken im Auge spürte.
Er war beim Zahnarzt gewesen, die Betäubung war noch nicht abgeschwollen und so ordnete er das Zucken der Betäubung zu.
Er dachte sich nichts weiter dabei...
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2006 ·
Sie sagte …
Das Alter hat seine Weisheit und seine Torheiten. Die Weisheiten bewundert man voller Respekt und macht sich klein vor der Erfahrung der Alten.
Die Torheiten belächelt man, als wären die alten Menschen kleine, dumme Kinder und man erhebt sich allzu oft über sie, weil man meint, es besser zu wissen.
Wenn man den älteren Leuten aufmerksam zuhört, schwingt in ihren Sätzen aber auch eins mit, was sie so anziehend macht, wie sonst niemanden: Sanftmut und Langmut.
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2006 ·
Arbeiterschliessfächer
In der DDR- Umgangssprache nannte man große Wohnkomplex- Neubauten "Arbeiterschließfächer", weil die Bewohner da abends nach der Arbeit wie weggeschlossen erschienen.
Man sah sie nur auf dem Weg von und zur Arbeit. Am Wochenende waren sie auf ihrem "Grundstück", ihrer Datsche, also auch nicht zu sehen.
Trotzdem war man froh, wenn man eine Wohnung in einem solchen Neubau erhalten hatte. Man hatte es geschafft, aus der Wohnungsnot und den bröckelnden Altstädten zu flüchten.
Und das warme Wasser kam direkt aus der Wand.
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2005 ·
LSR
LSR – hinter diesem Kürzel verbirgt sich das beschönigende Wort:
"Luftschutzraum".
Ein Überbleibsel aus dem Krieg.
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2005 ·
Deutschstolzsein
Es gibt die Aussage, dass man nur dann auf etwas stolz sein kann, wenn man es sich selbst erarbeitet hat.
Da gäbe es aber noch viel zu erledigen .
Worauf kann man heutzutage als Deutscher eigentlich so richtig doll stolz sein?
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2005 ·
Geheimzeichen
"Wenn der Vorhang zusammengebunden ist heißt das, dass mein Mann auf Dienstreise ist, dann kannst Du kommen!"
Ist noch keinem Nachbarn der Zusammenhang zwischen den Dienstreisen des Mieters aus der dritten Etage und den Besuchen seines besten Freundes bei der Frau des Verreisten aufgefallen?
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2004 ·
Verpackungen
In einer Welt, in der zunehmend mehr Verpackungsvolumen anfällt als tatsächlich erworbene Güter, ersticken wir auf Dauer in diesem Wust.
Ungeniert und unreflektiert entsorgen wir alles über den Hausmüll, wähnen es damit weit weg von uns und machen uns weiterhin keine Gedanken darüber.
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2004 ·
weiß wird grau
"We fade to grey" sang eine der besten New Wave-Gruppen der 80er: Visage.
In dieser Zeit kamen auch viele neue technische Geräte wieder in schickem Weiß, wie damals in den 70ern, als Weiß das vorherrschende Nussbaum ablöste.
Als das Weiß der 80er sich mehr dem grau zuwendete, kam ein neuer Begriff in die Kataloge der Hersteller: lichtgrau. Was für ein schönes Wort. Darüber lässt sich trefflich philosophieren- und lachen!
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2004 ·
Schmierfinken?
Kaum ein Phänomen polarisiert über Jahrzehnte und generationsübergreifend so sehr wie Graffiti. Ist es nun eine Kunstrichtung oder ist es nur "dog piss"?
Wo zieht man die Grenze zwischen vandalisierender Schmiererei und künstlerischer Ausdrucksform einer Jugendkultur? Wer kann diese Grenze ziehen? Wer setzt sich denn schon ernsthaft mit dieser Stilrichtung der Kunst auseinander (wie diese Dame hier)?
Diese Fragen ließen sich über Jahrzehnte nur mit Befindlichkeit beantworten und ein realistischer Diskurs, der zu einer einvernehmlichen Befriedung der Grabenkämpfe führen könnte, scheint in weiter Ferne.
In einigen Städten begehen die Stadtväter nun klare Wege …
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2004 ·
Leben im Müll
Sie würden niemals etwas aus einer Mülltonne mit nach Hause nehmen?
Nicht einmal dann, wenn Sie gesehen haben, dass jemand erst gerade eben etwas in die Tonne geschmissen hat, was noch gut war?
Sie können sich nicht vorstellen, etwas zu essen, was in der Tonne lag?
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2004 ·
Blinzler
Als Fotograf sichtet man täglich etliche Bilder und sucht "die Besten" heraus. Je nachdem, für welchen Anlaß und für wen die Bilder erstellt wurden, ist es natürlich vollkommene Ansichtssache, welche Bilder das Rennen machen.
Mich haben bei der Auswahl immer die Blinzler fasziniert: völlig abgedrehte, fast drogenhaft entstellte Gesichtsausdrücke, verrückt, entrückt, entzückt, verzerrt, grotesk, peinlich, albern, stets aber sehr expressiv.
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2004 ·
Entflammbar
Für was entflammen die Menschen heutzutage?
Wonach streben sie?
Ist es der Reichtum? Ein Statussymbol? Der berufliche Erfolg?
Die Liebe? Wahre Freundschaft? Familienglück?
Oder sind es eher Tugenden, Moralvorstellungen, Religion?
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2004 ·
Esskultur
Es gibt noch immer in vielen Gesellschaftsformen auf dieser Welt den Begriff von Etikette. Aber gibt es sie wirklich noch, die Kultur des Benimms?
Noch sind bestimmte Umgangsformen nicht ganz verloren gegangen, die über lange Zeiten den Menschen einen Halt gaben und auch mächtigen Zwang bedeuteten: Angefangen bei der Respektbezeugung durch das "Siezen" (überhaupt ein tolles Wort!) über das Handgeben bei Begrüßung, dem Ausredenlassen im Gespräch und der nichttölpelhaften Achtsamkeit gegenüber seinem Mitmenschen bis zur Esskultur.
In diesem Bereich scheint jedoch fast alles den Bach runter gegangen zu sein.
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2003 ·
Homestory
Wenn man in den Hochglanzmagazinen von einer "Homestory" liest, dann geht es immer um Prominente.
Gähn!
Diese leben in fürchterlich aufgeräumten Wohnungen, die von einem tuntigen Innendekorateur so eingerichtet wurden, dass sie garantiert austauschbar aussehen, wie die Wohnung eines Hollywood-Sternchens. Hauptsache ein großes weißes Sofa mit vielen Kissen, Riesentischlampen, die nach Hotelfoyer aussehen und Bilder an der Wand, die leider nicht sehr geschmackvoll, aber dafür sehr "modern" sind.
Wie aber leben die gewöhnlichen Menschen?
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2003 ·
Unterwegs sein
Sie glauben: "unterwegs sein, verreisen, ach das muss schön sein!"
Täuschen Sie sich da mal nicht!
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2003 ·
Sybilles Stil
Meine Freundin Sybille hat einen schönen Stil sich einzurichten.
Sie hat ein ihr innewohnendes Talent, Dinge so perfekt miteinander in Beziehung zu setzen, ohne dass ihre Wohnung überdekoriert oder zu stilisiert erscheint. Sie hat einfach ein "Händchen" dafür.
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2003 ·
Eurokoller
Was heutzutage nicht alles den Zusatz "Euro" trägt …
Doch was sagt das wirklich aus?
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2003 ·
Fundstücke
Grabungsfunde neuerer Vergangenheit. Früher war es durchaus üblich, dass man im eigenen Garten neben dem Komposthaufen einen Müllhaufen hatte. Dieser Haufen bestand meistens aus Küchenabfällen oder den Kehrichtabfällen des Hauses. Das ergab dann nach und nach Kompost, den man natürlich wiederverwendete und damit sein eigenes Gemüse zog.
Doch auch anderer Abfall wurde so beseitigt und längerfristig im Garten umgegraben.
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2003 ·
Diven oder Stadtrebellen?
"Diven oder Stadtrebellen?" oder: wenn die einen und die anderen was auf den Kopf bekommen.
Jeder kennt die alten Photos aus den 20er, 30er, 40er bis 60er- Jahren, auf denen scheinbar alle Frauen wie Filmdiven aussahen, obwohl sie lediglich nach dem Shoppen einen Milchkaffee in einem französischen Straßencafé getrunken hatten, um mit ihrer besten Freundin über die "entzückenden Kreationen" zu parlieren, die sie sich soeben geleistet hatten.
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2003 ·
Le trésor du Baron
"Der Baron hütet seinen wertvollsten Besitz, seine Gemahlin, in den Tiefen des Schlosses. Die Außenwelt blieb für sie bisher unerreichbar. Doch bei einem seiner Ausritte gelingt es ihr, sich zu befreien und das Château für sich zu erobern …"
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2003 ·
Nima & Lena
Es gibt heute Menschen, die anmuten wie die Reinkarnation eines Menschen, den man in einer staatlichen Gemäldegalerie auf einem Tableau der alten Meister sieht.
Plötzlich steht eben eine solche Reinkarnation neben mir im Saal der Spanischen Meister in der Berliner Gemäldegalerie und in mir geht die Inszenierungsmaschinerie los …
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2003 ·
Behauptungen
In der High Society Berlins der 30er Jahre geschieht ein Mord.
Das Hausmädchen einer sehr feinen Herrschaft macht eine grausige Entdeckung: der Ehemann der berühmten Sängerin ist ermordet worden! Einschusslöcher zeugen von einer brutalen Tat.
Wer war der Mörder?
Der Kommissar hat einen harten Fall zu lösen, denn alle Beteiligten und alle Zeugen ergehen sich nur in "Behauptungen".
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2002 ·
Gerüchte
Ein Gerücht geht um.
In Windeseile fegt es von Freundin zu Freundin.
"Hat sie oder hat sie nicht?"
Das ist die Frage, nach deren Antwort alle fieberhaft lechzen.
Dann steht es fest: "Sie hat!"
"Was für ein Skandal! Was denkt sich diese Person denn nur dabei?!"
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2002 ·
Das Berliner Regal
Es könnte sich alles in etwa so zugetragen haben:
"Wir haben zu unserer Vorderhauswohnung noch eine Wohnung im Seitenflügel dazumieten können. Die beiden Wohnungen gehörten früher zusammen und bildeten eine hochherrschaftliche gutbürgerliche Kulisse.
Wir hatten die Erlaubnis der Hausverwaltung erhalten, die zugemauerte Türe zum Seitenflügel zur ehemaligen Dienstbotenwohnung aufzubrechen. Sie musste wohl so in den 20er Jahren zugemauert worden sein, denn die Wandbemalung erschien uns doch ziemlich "art Déco".
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2002 ·
Meinung bilden!
Wann haben Sie sich zum letzten Mal eine eigene Meinung gebildet? Kann man das überhaupt?
Die Medien überfluten uns mit Meldungen. Wir sind als mündige Bürger bestrebt, diese Fakten als Ausdruck unserer demokratischen Grundordnung als objektive Berichterstattung oder Information anzusehen. Doch haben Sie sich schon einmal die Mühe gemacht, Meldungen und Informationen der Presse zu hinterfragen, um herauszufinden, ob sich die Versionen der Berichterstatter mit den Fakten der Geschehnisse auch wirklich decken?
Das sollten Sie mal tun!
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2002 ·
Gesichter sehen
Laut einer Studie ist es dem Menschen innewohnend, dass er ab und an bei zufälligen Anordnungen von Gegenständen, Strukturen oder Lichtspielereien menschliche Anmutungen entdeckt.
Nur, was für ein Persönlichkeits- oder gar Krankheitsbild hat man, wenn man ständig und überall Gesichter sieht?
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2002 ·
geschundene Kreatur
Schon als Kind habe ich auf meinen Streifzügen durch Wald und Feld immer wieder tote Tiere gefunden und diese lange betrachtet. Das hat mir die Angst genommen und den Ekel vor dem Tode, den viele Menschen haben.
Immer kommt bei ihnen als erste Reaktion beim Anblick eines solchen Bildes ein lautes "iihhh". Kein Mitleid mit der geschundenen Kreatur, die da den ganzen Todeskampf offenlegt, kein Bedürfnis, die toten Tiere von der Fahrbahn zu nehmen um ihnen einen würdigen Ort zum Verwesen zukommen zu lassen.
Es gibt keine Barmherzigkeit für die herzigen Tierchen …
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2001 ·
Berufsbilder
Es gibt viele junge Leute, insbesondere Männer, die bei der Berufswahl ins Handwerk gehen. Da mag das Gefühl von gepflegter Männlichkeit und Ehre und Arbeiter-Ethos eine Rolle spielen oder der Druck der Eltern oder des Arbeitsamts.
Handwerk an sich ist ja immer eine goldene Wahl wie man weiß, weil es noch eine recht gute Auftragslage gibt. Besonders in Berlin boomt die Baubranche.
Wer da also jetzt eine Lehrstelle erwischt im Handwerk hat es ganz gut.
Doch aufgepasst: nicht jeder Beruf wird einem lange Freude bringen …
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2001 ·
Brasilia in Berlin
Als Bewohner Berlins übersieht man nach gewisser Zeit die wichtigen Orte und Denkmäler, die in jedem touristischen Führer stehen. Man baut sie einfach als "normal" in sein Blickfeld ein und geht daran vorbei.
Oder es ist so, dass man solche Orte absichtlich meidet, weil man nicht fälschlich als Tourist eingeordnet werden möchte. Oder man hat eine überhebliche innere Abwehr, weil man nicht so billig gestrickt erscheinen möchte, dass man sich "Sehenswürdigkeiten" ansehen müsste. Wo man doch meint, mehr Kunstverstand zu haben als alle westfälischen oder schwäbischen Reisegruppen zusammen!
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2000 ·
Klinkensuchen
Wann haben Sie das letzte Mal darüber nachgedacht, was Sie da in der Hand halten, wenn Sie eine Türe zu einem Haus öffnen?
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2000 ·
"Um's Eck bringen"
Noch immer gibt es jährlich zu viele Selbsttötungen in unserem Land. Besonders erschreckend hoch ist die Ziffer der Jugendlichen, die sich selbst "um's Eck bringen".
Sie hatten offensichtlich kein Vertrauen mehr in die Zukunft, vielleicht auch deshalb, weil sie sich niemandem anvertrauen konnten.
Es fehlt immer mehr der freundschaftliche, familiäre oder generationsübergreifende Verbund in einer zunehmend sich vereinzelnden Gesellschaftsform wie der unseren.
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weitere freie Arbeiten:
1989 bis 1999
2000 bis 2009
ab 2010
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